Heidenrod-Kemel. Wer am Sonntagmittag den Weg hinauf zum Limes-Aussichtsturm antrat, brauchte eine Jacke – der Wind pfiff ganz schön ordentlich über das Gelände „Auf dem Pohl“. Das hielt die Heidenroder aber nicht ab: Der Heimatverein Heidenrod e.V. und der Kemeler Ortsbeirat hatten zum traditionellen Limes Turmfest eingeladen, und viele Nachbarn, Familien und Ausflügler kamen vorbei.
Gottesdienst unter freiem Himmel zum Start.
Los ging es um 11:00 Uhr mit dem Open-Air-Gottesdienst direkt neben dem hölzernen Turm. Pfarrerin Renate Klingelhöfer fand in ihrer Predigt unter freiem Himmel genau die passenden Worte für die entspannte Atmosphäre. Die Bänke waren bis auf den letzten Platz besetzt. Neben den Kemelern sah man auch viele bekannte Gesichter aus den umliegenden Heidenroder Ortsteilen und den Nachbargemeinden, die den Sonntag mit einem gemeinsamen Gebet begannen.
Römische Geschichte direkt vor der Haustür.
Das Festgelände liegt direkt am Obergermanisch-Raetischen Limes. Dass man hier auf historischem Boden wandert, wurde an diesem Tag wieder greifbar. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, die Stufen des Limes-Aussichtsturms zu erklimmen. Von oben bot sich ein freier Blick über die Landschaft entlang der Bäderstraße (B260).
Die Experten vom Heimatverein erklärten den Gästen geduldig, wie die Römer hier vor rund 2.000 Jahren lebten und sich organisierten. Besonders die Reste der beiden römischen Kleinkastelle in der direkten Umgebung zeigten wieder einmal, welche historischen Schätze Heidenrod zu bieten hat.
Ausverkaufte Kuchentheke und starkes Ehrenamt.
Nach dem geschichtlichen Teil verlagerte sich das Geschehen schnell zu den Essensständen. Die Helfer am Grill hatten alle Hände voll zu tun, um den Hunger der Wanderer und Ausflügler zu stillen. Am Nachmittag zog vor allem das große Kuchenbuffet im Zelt die Gäste an. Die Vereinsmitglieder hatten fleißig gebacken, und die Kaffeekannen mussten ständig neu aufgesetzt werden. Da die Gemeinde die Parkplätze an der nahegelegenen Römerhalle freigegeben hatte, blieb das befürchtete Verkehrschaos rund um das Gelände aus.
Als am späten Nachmittag die letzten Bänke zusammengeräumt wurden, waren sich die Veranstalter einig. Solche Tage zeigen, wie gut die Dorfgemeinschaft in Kemel funktioniert und wie viel Herzblut der Heimatverein in die Pflege unserer regionalen Geschichte steckt.

Weitere historische Informationen zur Region findest du auch auf der offiziellen Webseite der Gemeinde Heidenrod.“
