Manchmal reicht der Blick aus dem Fenster nicht aus. Der Alltag hat uns fest im Griff, Termine jagen sich, und wir verlieren den Überblick. Genau dann ist es Zeit, den Standpunkt zu wechseln – ganz wörtlich. Wenn ich mich mit meinem e-Bike auf den Weg zu einem der Aussichtspunkte im Rheingau-Taunus mache, ist der Weg dorthin oft schon Teil der Therapie. Es ist das leise Surren des Motors, das rhythmische Atmen und der Geruch von Wald und Erde, der den Kopf freipustet.
„Manchmal muss man hoch hinaus, um wieder den Boden unter den Füßen zu spüren. Eine Aussicht ist nicht nur ein Ziel, sondern eine neue Perspektive auf das, was uns im Tal vielleicht zu groß erscheint.“
Oben angekommen, passiert es dann: Die Hektik fällt ab. In Heidenrod und Umgebung gibt es diese Plätze, an denen man nicht nur weit blickt, sondern auch tief durchatmet. Als Fotograf liebe ich das Licht kurz vor dem Sonnenuntergang, wenn der Taunus in ein weiches, warmes Gold getaucht wird. Es geht an diesen Orten nicht darum, das perfekte Foto zu schießen – auch wenn es natürlich verlockend ist. Es geht darum, das Gefühl von Freiheit zu genießen. Wenn man über das Rheintal schaut und die Welt da unten plötzlich ganz klein und still wird, dann weiß man: Hier gehört man hin.

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