Der traditionelle Marsch von Laufenselden nach Rettert ist gestartet

Heidenrod 09.08.2026 (Kreis-Rheingau-Taunus).Es herrscht Ausnahmezustand im westhessischen Rheingau-Taunus-Kreis: Nur alle drei Jahre verwandelt sich der Ortsteil Laufenselden in das Zentrum einer jahrhundertealten Festkultur, deren Ruf weit über die Landesgrenzen hinausreicht. Am vergangenen Wochenende war es wieder soweit – die über 600 Jahre alte Fahler-Kerb zog hunderte Besucherinnen und Besucher sowie die gesamte Dorfgemeinschaft in ihren Bann. Punkt 12.00 Uhr fiel der Startschuss an der Bornbachhalle, von wo aus sich die traditionsreiche Festgesellschaft unter lautem Krachen und mit feierlicher Blasmusik in Bewegung setzte.

Vom Treffpunkt an der Bornbachhalle führte der Weg der bunt geschmückten Kerbebuben zur ersten wichtigen Station des Tages: dem Abholen der Kerbemädchen.

Böllerschüsse und Blaskapelle: Kerbebuben holen Kerbemädchen ab

Vom Treffpunkt an der Bornbachhalle führte der Weg der bunt geschmückten Kerbebuben zur ersten wichtigen Station des Tages: dem Abholen der Kerbemädchen. Begleitet von einer schallenden Blaskapelle und traditionellen Böllerschüssen bot sich den Zuschauern entlang der Straßen ein farbenfrohes Bild heimischen Brauchtums. Nach der herzlichen Begrüßung und dem gemeinsamen Eintreffen der Kerbegesellschaft ging der Festzug weiter durch die Straßen von Laufenselden mit direktem Kurs auf das historische Rathaus.

Empfang am Rathaus: Bürgermeister Volker Diefenbach begrüßt die Ehrengäste.

Am Rathaus von Heidenrod wurden die Teilnehmer bereits von Bürgermeister Volker Diefenbach sowie zahlreichen Ehrengästen aus Politik und Region erwartet. In festlicher Atmosphäre sprach das Gemeindeoberhaupt seine Worte zur Eröffnung und würdigte das enorme Engagement aller Beteiligten, die dieses Großereignis alle drei Jahre auf die Beine stellen. Nach einer kurzen Stärkung für den weiteren Weg – bei der mit regionalem Wein und frischem Wasser auf ein gelungenes Fest angestoßen wurde – schloss sich die Prominenz dem Festzug an. Gemeinsam begab sich die gesamte Gesellschaft auf den traditionellen Marsch über die Landesgrenze hinweg ins rheinland-pfälzische Rettert zum Kerbeplatz.

Ein Fest für die Ewigkeit: Warum die Fahler-Kerb Menschen über Grenzen hinweg verbindet

Die Fahler-Kerb ist weit mehr als nur ein gewöhnliches Volksfest: Sie ist ein lebendiges Symbol für gelebte Nachbarschaft und Kulturpflege an der Grenze zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz. Dass dieser Brauch seit mehr als 600 Jahren gepflegt wird und auch heute noch hunderte Menschen begeistert auf die Straße lockt, zeigt die tief verwurzelte Tradition in Heidenrod-Laufenselden und Rettert. Wenn die Fahnenträger die bunten Banner schwenken und der Hall der Böllerschüsse durch das Bornbachtal klingt, weiß jeder in der Region: Die Fahler-Kerb ist wieder zu Hause.

Was ist die Fahler-Kerb? Eine historische Kirchweih (Kerb) mit Festumzug, Böllerschüssen, Musik und länderübergreifender Tradition, die auf ein mittelalterliches Marktrecht und Kirchweihfeste in der Region zurückgeht.

Wer nimmt daran teil? Die Kerbebuben und Kerbemädchen aus Laufenselden, der Bürgermeister, regionale Ehrengäste, Blaskapellen sowie hunderte Anwohner und Gäste aus nah und fern.

Wann findet sie statt? Die Fahler-Kerb ist ein seltenes Spektakel und wird turnusgemäß nur alle drei Jahre gefeiert.

Wo wird gefeiert? Der Festumzug startet an der Bornbachhalle in Heidenrod-Laufenselden (Hessen), zieht durch den Ortskern über das Rathaus und führt marschierend bis ins benachbarte Rettert (Rheinland-Pfalz) auf den Kerbeplatz.

Warum wird dieser Brauch gepflegt? Das Fest dient der Bewahrung jahrhundertealter regionaler Identität, stärkt das Gemeinschaftsgefühl der Dörfer über Gemeindegrenzen hinweg und führt die über 600-jährige Tradition für nachfolgende Generationen fort.